Jura Nova

Auf zahlreiche Anregung von Manfred Schmidt-Brabant wurde 1996 die Initiative „JURA NOVA“ von Prof. Mr. Johannes Wessel (Niederlande) und anderen an Rechtsfragen arbeitenden Menschen in Ringoldingen/Schweiz gegründet. Gemeinsames Ziel war die Erweiterung des Rechts unter anthroposophischen Gesichtspunkten. Gemeint war dabei nicht nur die Erneuerung des Rechtslebens im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus; gewonnen werden sollte ein neues Verständnis des „substanziellen“ Rechts überhaupt.

Die im  Rahmen der Sektion für Sozialwissenschaften 2008 veranstaltete Tagung „Was ist zwischen mir und dir? Konfliktfähigkeit und Rechtsgefühl“ beleuchtet die Hintergründe der Arbeit. Paul Mackay schrieb zu dieser Tagung: „In unserem Zeitalter, wo die Bewusstseinskräfte und damit die antisozialen Kräfte sich naturgemäß im Menschen verstärken, werden die Menschen sich immer mehr fremd werden. Diese Entfremdung führt unweigerlich zu Konflikten und einer Anhäufung von Rechtsregeln. Die Herausforderung wäre jetzt, die „Seele in der Seele“ zu entdecken und zu entwickeln. Bewusstseinskräfte oder –fähigkeiten zu entwickeln, die nicht naturhaft gegeben sind, sondern durch eine innere Kultur entstehen. Es ist die Fähigkeit, die es einem ermöglicht, die Innenseiten des Lebens zu entdecken und die innere Frage zu stellen: Was ist zwischen mir und dir?“

Die Arbeit der JURA NOVA Gruppe ist in Skripten ausführlich dokumentiert und in dem Buch „Der Mensch im Recht – das Recht im Menschen“ von Reinald Eichholz (Futurum Verlag 2011) zusammengefasst. Daraus hervorgegangen sind verschiedene weitere Initiativen: In den Niederlanden und in Nordrhein Westfalen entwickelten Gerd Flint/D und Dirk Jan de Geer/NL die Methode der aktiven Rechtsgestaltung („aktives Recht“), die sie mit Juristen und Nichtjuristen in Seminaren und Arbeitsgruppen üben. Im Arbeitszentrum Berlin wurde zu Rudolf Steiners 150. Geburtstag eine Veranstaltung in Verbindung mit JURA NOVA durchgeführt. Seit 2012 gibt es im Arbeitszentrum Berlin eine kontinuierliche interdisziplinäre Arbeit an Rechtsfragen. Die Ansätze der Initiative JURA NOVA werden weitergeführt in der Arbeitsgruppe der Sektion zu Fragen der Ästhetik als Zugang zu den Phänomenen des Sozialen.

Interessierte Juristen und Juristinnen können sich an die Mailadresse JURANOVA (AT) email.de wenden. 

 

JURA NOVA Tagungsbericht 29.4. bis 3.5.2015