World social initiative forum am goetheanum

Sebastian Jüngel
12 Dez, 2011

Lukas Beckmann konstatierte auf der Tagung “öffentlich wirken” 2011, dass «unser Wahrnehmungsvermögen erschöpft» sei.


Die Präsentation sozialer Projekte weltweit im Rahmen eines viertägigen Kolloquiums der Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum zeigte das Gegenteil: Wo die menschliche Existenz gefährdet ist, wächst die Aufmerksamkeit sogar, wenn man von Menschen erfährt, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen anderer einsetzen.

Ute Craemer von Monte Azul zeigte am 25. November die kulturelle Ausstrahlung eines sozialen Projekts auf, durch dessen kulturelle und Freizeitangebote beispielsweise die Anzahl von Morden sinkt. In Kolumbien rettete CES Waldorf unmittelbar Menschenleben, als die Initiative Menschen aufnahm, die von Paramilitärs bedroht worden waren. Die Eurasia Foundation in Vietnam bietet Menschen mit Behinderung – eine Spätfolge des Einsatzes von Agent Orange – Entwicklungschancen, verbunden mit ihrer Integration in die Gesellschaft.

Alle Sozialaktiven wollen über ein gestaltetes Umfeld die Entfaltung der Persönlichkeit der Einzelnen ermöglichen – Sozialarbeit fängt also nicht nur Versäumnisse auf, sie schaut vor allem voraus: So wies Ben Cherry mit Blick auf die begonnene Ausbreitung der Waldorfpädagogik in China darauf hin, dass sich hier Menschen mit spirituellem Anliegen inkarnieren wollen.

Ursprünglich unter anderem in der Drogentherapie verankert hat die anthroposophisch inspirierte Sozialarbeit inzwischen viele weitere soziale Einsatzgebiete erschlossen. Die bis ins Jahr 1999 zurückreichende Idee eines Weltsozialforums von Ute Craemer und Truus Geraets ist mit diesem Kolloquium ein Stück greifbarer geworden.

Info: globalsociallab.goetheanum.org