Michaeli 2011: Jahreszusammenkunft der Wirtschaftskonferenz

Marc Desaules
03 Okt, 2011

Die Jahreszusammenkunft der Wirtschaftskonferenz der Sektion für Sozialwissenschaften fand mit 19 Teilnehmer aus Neuseeland, Südafrika, Brasilien, die Vereinigten Staaten, Rumänien, die Niederländer, Deutschland, England und die Schweiz wieder in L’Aubier statt. Sie war umrahmt von den Festlichkeiten zu 100 Jahre Rudolf Steiner in Neuchâtel und der damaligen Gründung des Christian Rosenkreuz Zweig. Dadurch war auch das Thema gegeben: Rosenkreuzerische Aspekte des Wirtschaftsleben.


Eingeleitet wurde durch eine Betrachtung der Weltlage und das von den meisten ehrlichen Ökonomen anerkannte Scheitern der «Hypothese des effizienten Marktes». Dabei ist bemerkenswert die neuste Gründung des «World Economics Association» (www.worldeconomicsassociation.org) in Mai 2011 mit schon mehr als 6000 Mitglieder in wenigen Monaten um der Wirtschaftswissenschaft neue Fundamente zu geben. Dann wurde der rosenkreuzerischen Weg charakterisiert als Boden für die Entwicklung der neuen Mysterien, wo die geistige Welt als sich entfaltete Ich?Erfahrung in wacher Beziehung mit der Welt der vielfältigsten Sinne steht; ein Weg des Begreifens, der allmählich ins erweiterte Wahrnehmen führt. Die Inhalte der 12. und 13. Stunden der Ersten Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft brachten diesbezüglich spürbare Hinweise.

Die drei wichtigen Vorbereitungsschritte der XIII., XV. und XVII. Jahrhunderte wurden rückblickend geschildert als Weg des grössten Märtyrers der Menschheit «durch seine Art des Wirkens» in Zusammenhang mit den «grossen Gefahren, welche die Wahrheit durchzumachen hat» (Vergleiche dazu: Rudolf Steiner, 17. Juni 1912, Hamburg, GA130). Dieses – Stehen für die Wahrheit im Wirken – wurde somit als Teil der Essenz des Rosenkreuzerweges dargestellt. Wie zeigt sich nun diese Authentizität in der Wirtschaft sowohl in der Theorie als auch in der Praxis?

Am nächsten Tag wurde der Blick auf den vierten Schritt, die eigentliche Gründung einer Stätte für neue Mysterien durch die Weihnachtstagung 1923 gelenkt. Es wurde skizziert, wie Rudolf Steiner an drei Momenten die wirtschaftlichen Grundlagen des neu gebildeten Organismus der Anthroposophischen Bewegung in der Welt berührt. Zuerst die freilassende jedoch strenge Formulierung des Artikels 12 und die damit verbundene Handhabung der Beiträge der Mitglieder weltweit (jede Landesgesellschaft zahlt der Allgemeinen Gesellschaft ein Teil ihres Budget im Verhältnis der Zahl der Mitglieder im Land; aber wie die Summe zusammen kommt ist Sache der Landesgesellschaft). Dann die merkwürdige Art die so sehr benötigte Finanzierung der Forschung auszusprechen (50?75 Millionen Schweizer Franken für die damaligen Verhältnisse!). Schliesslich die Frage der zusätzlichen Gründung einer künftigen Organisation für die vielen Menschen, die zwar die Früchte der Anthroposophie schätzen, aber kein Bedürfnis haben Mitglied zu werden. Gegen Ende des Treffens wurde schliesslich das «Projekt 2023» dargestellt: wir haben 12 Jahre, um aus den damaligen Samen einen gesunden weltweiten finanziellen Organismus der anthroposophischen Bewegung und des Goetheanum allmählich zu erreichen, das als Beispiel – sozusagen homöopathisch – einen Beitrag zur Genesung der Weltwirtschaft leisten würde – was in einem positiven Echo der Teilnehmer ausklang.